Die folgenden Karten zeigen verschiedene Lawinenrisiko- und Lawinengefahrenkarten, die durch den Computer vollautomatisch berechnet wurden. Im Einzelfall können die Karten unstimmig oder fehlerhaft sein. Skitourenguru übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen. Die Planung und Durchführung deiner Wintersportaktivitäten erfolgt auf dein eigenes Risiko und in deiner Verantwortung. Eine Haftung für Unfälle oder Schädigungen, die im Zusammenhang mit jedwelcher Nutzung der Informationen dieser Seiten erfolgen, wird ausgeschlossen.
Durch Klick auf eines der Lawinenbulletins im Layer-Switcher (oben rechts auf der Karte) erscheint die dem Lawinenbulletin entsprechende Risikokarte. Anschliessend kannst du dich mit der Maus frei durch die ganze Schweiz bewegen.
Das Lawinenrisiko wird mit den folgenden Farben symbolisiert:
Jedem Farbwert ist ein relativer Risikowert im Bereich von [0.0057..44.4726] zugeordnet. Das relative Risiko von 1.0 entspricht dem durchschnittlichen Risiko, das von der Skitouren-Comunity eingegangen wird. Das Risiko wird hier deshalb als "relativ" bezeichnet, da nur zwischen verchiedenen Punkten verglichen werden kann. Jemand, der sich an einem Punkt aufhält, der bereits ins "schwarz" kippt, trägt ein ca. 20-40 faches Risiko im Vergleich zu jemandem, der einen Punkt mit durchschnittlichem Risiko aufsucht. Der Übergang zwischen den Farbkategorien liegt bei den folgenden relativen Risikowerten:
Den Risikowerten sind die Farben gemäss dem folgenden Farbverlauf zugeordnet:
Wozu dienen die Risikokarten? Die Risikokarten kommen in erster Linie während der Skitourenplanung zu Hause (Phase 1) zur Anwendung. Im Einzelhang (Phase 3) muss eine umfassende Beurteilung der Lawinensituation erfolgen. Diese kann zwar das in den Risikokarten enthaltene Wissen miteinbeziehen, muss sich aber auch auf die Schnee- und Lawinenverhältnisse im Einzelhang stützen. Eine derartige Beurteilung erfordert Ausbildung und Erfahrung.
Die Risikokarten unterliegen einigen Einschränkungen:
Willst du wissen, wie die Risikokarten entstehen? Dann lese weiter über die Quantitative Reduktionsmethode (QRM). Wenn du mehr zur im Modell V2.2 verwendeten Quantitativen Reduktionsmethode (QRM) wissen willst, dann kannst du dir auch das folgende Paper zu Gemüte führen:
Schmudlach G., Winkler K., Köhler J., 2018: Quantitative Risk Reduction Method (QRM), a data-driven avalanche risk estimator.
Die obigen Risikokarten basieren auf einer statischen Gefahrenkarte. Diese Karte drückt aus, wie geeignet das Gelände für Lawinenauslösungen ist. Neben der Hangneigung werden auch Hanggrösse, Hangform und Bewaldung berücksichtigt. Der entsprechende Algorithmus lehnt sich konzeptionell an der kanadischen Skala ATES an, unterscheidet sich aber in wesentlichen Implementierungs-Details. Wichtig zum Verständnis ist, dass immer eine weitere Umgebung eines spezifischen Punktes berücksichtigt wird, um festzulegen, inwieweit der Punkt geeignet ist, um Lawinen auszulösen.
Den Farben kommen die folgenden Bedeutungen zu:
Die Karten zeigen auf, inwieweit ein Punkt im Gelände grundsätzlich für Lawinenauslösungen geeignet ist. Die aktuelle Schnee- und Lawinensituation wird hier jedoch nicht berücksichtigt. Die Karte kommt v.a. dann zur Anwendung, wenn wenig gesicherte Information zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation vorliegt. Während der Skitourenplanung kannst du deine Route so legen, dass sie rotes und blaues Gelände möglichst meidet. Hinterfrage die Ergebnisse der Tourenplanung zu Hause immer mit deinen eigenen Beobachtungen im Gelände.
Willst du wissen, wie die Gefahrenkarte erzeugt wird? Dann lese den Artikel zur Avalanche Terrain Exposure Scale (ATES). Noch mehr Details findest du im folgenden Paper:
Schmudlach G., Köhler J., 2016: Method for an Automatized Avalanche Terrain Classification.
Diese Karte wurde 2017/18 am SLF entwickelt.
Die Karte unterteilt das Lawinengelände thematisch in Anrissgebiet mit roten Farben und in Auslaufgebiet in blau und gelb (siehe Karte unten). Was bedeuten diese Farben? Rot zeigt potentielles Anrissgebiet zwischen 30 und 50° Neigung. Je dunkler der rote Farbton, desto wahrscheinlicher ist ein Lawinenanriss. Das potentielle Auslaufgebiet ist mit drei Blautönen und gelb eingefärbt. Je dunkler das Blau desto wahrscheinlicher ist eine Fernauslösung im Falle eines ungünstigen Schneedeckenaufbaus (typisch bei Altschneeproblem). Die gelbe Farbe zeigt den möglichen Auslauf einer grossen (Grösse 3), trockenen Schneebrettlawine mit durchschnittlicher Anrissmächtigkeit von 50 cm.
Weiterführende Informationen findest du auf den Seiten des SLF oder in folgendem Paper:
Harvey S., Schmudlach G., Bühler Y., Dürr L., Stoffel A., Christen M., 2018: Avalanche terrain maps for backcountry skiing in Switzerland.
Diese Karte wurde 2017/18 am SLF entwickelt.
Die Karte zeigt wie ernsthaft oder gefährlich das Gelände generell bezüglich Lawinen ist. Dabei werden das Potenzial für Lawinenanriss und Fernauslösung mit den möglichen Konsequenzen durch Verschüttung oder Absturz kombiniert. Der Layer besteht aus kontinuierlichen Werten, die mit einem Farbverlauf dargestellt sind. Je höher der Wert, desto gefährlicher ist das Gelände hinsichtlich Lawinen. Im Gegensatz zur ersten Karte kann hier nicht thematisch zwischen Anriss- und Auslaufgebiet unterschieden werden.
Weiterführende Informationen findest du auf den Seiten des SLF oder in folgendem Paper:
Harvey S., Schmudlach G., Bühler Y., Dürr L., Stoffel A., Christen M., 2018: Avalanche terrain maps for backcountry skiing in Switzerland.
Die gute alte Hengeigungskarte gibt es auch immer noch. Für alle diejenigen, die das Gelände selber mit Hilfe von Rohdaten analysieren wollen. Die folgende Legende kommt zur Anwendung:
Schon Werner Munter hat postuliert es sei je nach Gefahrenstufe notwändig die steilste Hangneigung in einem unterschiedlichem Bereich zu suchen. Mit der Graphischen Reduktionsmethode (GRM) hat sich die folgende Daumenregel eingebürgert:
Damit stellt sich unmittelbar die Frage. Wo beginnt und wo endet denn mein Hang? Skitourenguru hat bei der Entwicklung der Avalanche Terrain Hazard Map (ATHM) diese Frage beantwortet. Dadurch lassen sich quasi als Nebenprodukt Neigungskarten entwickeln, die die steilste Hangneigung in einem unterschiedlichem Bereich bestimmen. Der Bereich ist nun nicht einfach ein Kreis mit einem spezifischen Radius, sonder der sogenannte Relevante Hangbereich, der für jeden Punkt im Gelände neu bestimmt wird. Das Metermass bestimmt einzig die grundsätzliche Grössenordnung des Relevante Hangbereich.
Im Layer-Switcher der folgenden Karte (oben rechts auf der Karte) kannst du zwischen unterschiedlichen Einzugsgebiete (0 m, 40 m, 70 m, 100 m) wechseln:
Neigungskarte bei vier unterschiedlichen Einzugsgebieten