Skitourenguru sammelt zwei mal pro Woche (Dienstag und Samstag am 00:15h) aktuelle und historische Lawinenvorfälle aus folgenden Quellen:
Für alle Unfälle, für die ein Lawinenbulletin vom Vorabend vorhanden ist, führt Skitourenguru eine Risikobewertung durch. Es wird sozusagen ermittelt, ob Skitourenguru den Auslösebereich als grün (tiefes Risiko), orange (erhöhtes Risiko) oder rot (hohes Risiko) markiert hätte.
Dazu wird der in der Datenbank vermerkte Auslösepunkt der Lawine genommen und eine 60 m lange Downhill-Trajektorie generiert. Die sieben Punkte auf dieser Trajektorie, jeweils im Abstand von 10 m, dienen als These für mögliche Triggerpunkte der Lawine. Danach berechnet der Skitourenguru-Algorithmus das Risikoverhältnis zum durchschnittlichen Risiko für jeden dieser Punkte. Aus diesen Werten wird das geometrische Mittel berechnet.
Das Risikoverhältnis drückt also aus wie viel mal wir an einem solchen Punkt risikoreicher unterwegs gewesen wären, als wie die Community im Durchschnitt unterwegs ist. Achtung: Diese Zahl ist nicht zu verwechseln mit dem Risiko-Indikator im Bereich [0..3]. Der Risiko-Indikator betrifft immer Routen als ganzes, das Risikoverhältnis hingegen bezieht sich auf einen Punkt im Gelände.
Das Risikoverhältnis kann wie folgt in drei Kategorien eingeteilt werden:Im Juni 2026 wurden insgesamt 12'231 Lawinenunfälle angezeigt. Für 2'120 Lawinenunfälle steht ein Lawinenbulletin vom Vorabend zur Verfügung. Nur für diese Lawinenunfälle kann eine Risikobewertung erfolgen. Für alle zukünftigen Lawinenunfälle wird es in der Regel möglich sein eine Risikobewertung durchzuführen. Wie vorgesehen verteilen sich die Unfälle in ungefähr mit dem Schlüssel 20%-20%-60% auf die drei Kategorien:
Ca. 20% der Unfälle fallen in die Kategorie des tiefen Risikos (grün). Dieser Wert kann hoch erscheinen. "Grüne" Punkte werden aber auch extrem häufig begangen/befahren. Die Wahrscheinlichkeit an einem "grünen" Punkt eine Lawine auszulösen ist deshalb sehr tief. Man beachte auch, dass Skitourenguru nicht einfach nur Punkte bewertet, sondern ganze Routen. Diese bestehen aus vielen einzelnen Segmenten. Dass es auf einer "grünen Route" zu einem Lawinenunfall kommt ist sehr unwahrscheinlich aber immer noch möglich. Genauere Zahlen findest du im Hintergrund zum Risiko-Indikator.
Auf der Karte wird je nach Verfügbarkeit eines Risikoverhältnisses eines der folgenden Icons verwendet:
| Icon | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Tief | Skitourenguru hätte das Risiko am Auslösebereich als tief bewertet (grün). | |
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Erhöht | Skitourenguru hätte das Risiko am Auslösebereich als erhöht bewertet (orange). |
| Hoch | Skitourenguru hätte das Risiko am Auslösebereich als hoch bewertet (rot). | |
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Unbekannt | Für diesen Vorfall konnte kein Risikoverhältnis berechnet werden. |
Beim Klick auf ein Lawinenunfall-Icon öffnet sich ein Unfalldialog, der weitere Informationen zu diesem Unfall liefert:
Fig. 1: Beispiel eines Unfalldialogs auf der Skitourenguru-Karte.
Neben den bekannten Unsicherheiten von Skitourenguru (Bulletin, Höhenmodell, Algorithmus) kommt hier eine weitere Unsicherheit hinzu: Der Unfallort. Skitourenguru geht davon aus, dass der Lawinenanrisspunkt erfasst wurde. Dieser ist definiert als der höchste Punkt des Lawinenumrisses. Ob dies in jedem Fall auch wirklich so ist, kann nicht garantiert werden. Es ist davon auszugehen, dass in etlichen Fällen der "Fundort der Opfer" erfasst wurde. Denkbar ist auch, dass der Auslöseort erfasst wurde. Auch Fehl-Lokalisierungen sind in den Datenbanken vorhanden. Das Resultat ist also zu verstehen unter der Annahme, dass der Anrisspunkt der Lawine sich dort befindet, wo der Unfall auf der Karte eingetragen ist.
Bei Skitourenguru sicher nicht. Es ist aber möglich unter den Links des Kapitels 1 Unfälle zu melden bzw. sogar selber einzutragen.
Skitourenguru sammelt erst seit dem Winter 2022/23 harmonisierte Lawinenbulletins, die den ganzen Alpenraum abdecken. Zwar wäre es möglich regionale Lawinenbulletin älteren Datums zu harmonisieren, der Aufwand rechtfertigt aber nicht den möglichen Ertrag. Zukünftige Lawinenunfälle werden systematisch bewertet werden.
Diese Gefahrenstufe entstammt der Unfall-Datenbank. In der Regel ist auch unklar, ob die Gefahrenstufe vom Vorabend (Entscheidungsfindung) oder vom Unfalltag eingetragen wurde. Um eine zuverlässige Risikobewertung vorzunehmen, braucht es aber ein vollständiges Lawinenbulletin inklusive Kernzone und benachbarten Gefahrengebieten.